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technik
surroundhelm
für die produktion von herzschlag, waren neue technische lösungen erforderlich:
um die subjektive tonperspektive – als analogie zur subjektiven kamera
– umsetzen zu können, wurde ein spezieller surround-helm entwickelt.
das system besteht aus fünf schoeps ccm 4vlg nieren-mikrofonen (freundlicher
weise zur verfügung gestellt von der firma schoeps, karlsruhe), von denen
vier in der anordnung eines irt-kreuzes nach theile montiert sind. das
fünfte mikrofon ist eine zusätzliche center-niere, so dass ein 3/2 format
entsteht.
weitere
mikrofone
da sich der darsteller in der vorgestellten aufnahmesituation unter den
mikrofonen und damit ausserhalb der richtenden wirkung selbiger befindet,
muss seine sprache in anderer weise mikrofoniert werden. ein stützmikrofon
für die stimme des darstellers ist daher für diese anwendung unabdinglich.
als praktikable und klanglich hochwertige lösung, wurden headset-mikrofone
von dpa (freundlicher weise zur verfügung gestellt von der firma neumann&müller)
verwendet.
dpa mikrofone am set von herzschlag (rot umkringelt)
für surround-atmoaufnahmen, kamen zusätzlich ein kfm-360 kugelflächen-surround-mikrofon,
sowie eine doppel-ms von schoeps zum einsatz. auch der 5.0 spinnenprototyp
der firma neumann wurde getestet.aufnahmegeräte
die mehrkanalaufnahmen fanden häufig an ungewöhnlicheren orten ohne stromnetz
statt (z.b. fahrendes auto/krankenwagen, usw.). mobile mehrspurgeräte
mit integrierten mikrofonvorverstärkern sind erst seit relativ kurzer
zeit auf dem markt. die systeme arbeiten entweder mit internen festplatten
oder dvd-ram-laufwerken zur digitalen aufzeichnung der audiodaten. die
kritischen faktoren sind datenspeichervolumen, spurenzahl, anzahl der
mikrofonvorverstärker und akkulaufzeit. lassen sich speicherplatz und
laufzeit noch mit ersatzmedien und -akkus vergrössern, ist eine ausreichende
spuren- und vorverstärkeranzahl grundvoraussetzung für die realisierung
der aufnahmen.
aus diesem grund kamen zum zeitpunkt der produktion lediglich zwei geräte
in frage: der aaton cantar-x harddisk recorder (freundlicher weise zur
verfügung gestellt von der firma ambient recording, münchen)
und der fostex pd-6 dvd-ram location recorder (freundlicher weise zur
verfügung gestellt von der firma kortwich filmtontechnik, berlin).
am set wurde der cantar-x in verbindung mit einem batteriebetriebenen
sound devices mp-2 zweikanal-vorverstärker an den line-ins verwendet.
dieser besitzt die identischen preamps und stellt damit eine qualitativ
hochwertige ergänzung dar.
somit ergibt sich ein system mit sieben gleichwertigen mikrofonspuren.
der mp-2 wurde für die beiden dpa headsets (stützmikros) verwendet.
für die reinen atmo- oder geräuschaufnahmen im 3/2-format wurden lediglich
fünf spuren benötigt. darum konnten einige dieser aufnahmen bereits vor
beginn der hauptproduktion mit dem fostex pd-6 aufgezeichnet werden. dieser
wurde auch für die meisten probeaufnahmen benutzt.
produktion
zusammengefasst
herzschlag ist eine neuartige 5.1 surround-produktion. die tragische liebesgeschichte
um hauptfigur chris und seine freundin denise bildet den rahmen für dieses
beeindruckende hörerlebnis.
was immer chris erlebt: der zuhörer erlebt es mit. er hört die gleichen
geräusche, denkt die gleichen gedanken und wird somit selbst zur hauptfigur.
ermöglicht wird dieser effekt durch den innovativen einsatz der surround-tontechnik.
analog zu einer subjektiven kamera, kam für herzschlag eine subjektive
mikrofonierung zum einsatz. der film wurde regelrecht "gedreht",
nur dass anstatt einer kamera verschiedene surround-hauptmikrofone verwendung
fanden. das ergebnis ist ein differenziertes, subjektives klangbild, das
genügend anhaltspunkte bietet, um eigene bilder im kopf entstehen zu lassen.
der zuhörer ist umgeben von einer beeindruckenden und intensiven klangkulisse,
die ihn gefangen nimmt.
allgemein
"herzschlag - der kinofilm zum hören" entstand im zeitraum von
oktober 2003 bis mai 2004 im rahmen der masterarbeit von matthias pasedag
im masterstudiengang medienautor an der hochschule der medien in stuttgart.
betreut wurde die arbeit von prof. dr. wibke weber und prof. oliver curdt.
dem projekt lag die idee zu grunde ein neuartiges medienprodukt zu schaffen,
das die technischen und gestalterischen möglichkeiten der mehrkanalstereofonie
auslotet und ein gleichwertiges kinoerlebnis für sehbehinderte und sehende
besucher ermöglicht.
als zweite besonderheit wurde die sogenannte subjektive tonperspektive
eingeführt: dahinter steht der gedanke, auf akustischer ebene ein pendant
zur subjektiven kamera zu schaffen, das dem zuhörer die subjektive wahrnehmung
einer handlungsfigur vermittelt. dieses gestaltungsmittel ist erst durch
die entwicklung der surround-wiedergabetechnik im kino möglich geworden
und erfordert neue technische vorgehensweisen. herzschlag ist die weltweit
erste produktion, die ausschließlich mit diesem neuen ansatz umgesetzt
wurde!
die realisierung der no-budget-produktion hatte einen hohen organisatorischen
und technischen aufwand zur folge. so mussten alle benötigten materialien,
räumlichkeiten und geräte über sponsoring finanziert werden. auch die
schauspieler und sämtliche helfer haben unentgeltlich mitgewirkt.
auf technischer seite wurden verschiedene surround-mikrofonierungen getestet
und darauf aufbauend der für diese produktion benötigte surround-helm
entwickelt. nähere informationen dazu befinden sich in der rubrik "technik".
produktionsablauf
bereits während der testphase wurden viele atmo- und geräuschaufnahmen
gemacht, die sich für die spätere produktion verwenden ließen.
die hauptproduktion fand in der ersten märzwoche 2004 statt. außer den
zweitägigen set-aufnahmen mit den schauspielern, wurden viele geräusche,
soundeffekte und atmos aufgenommen.
die postproduktion setzte sich aus verschiedenen bearbeitungsebenen zusammen
und begann mit dialogschnitt und –montage.
anschließend wurde ein grundgerüst für jede szene erstellt und die szenenfolge
mit den entsprechenden übergängen gebildet. im nächsten schritt wurden
dann zusätzliche geräusche szenenweise gestaltet, angelegt und teilweise
mit effekten bearbeitet. zusätzlich wurden geräusche aus bestehenden sound
bibliotheken verwendet.
nachdem alle szenen in sich komplett waren, wurden im rahmen einer ersten
rohmischung die szenenübergänge erstellt und vervollständigt, sowie dynamische
und statische tonelemente im surround-panorama verteilt. auch die vorhandene
filmmusik wurde in diesem stadium passend angelegt und in die provisorische
mischung eingefügt.
bei der abschließenden endmischung lag das hauptaugenmerk auf der nachträglichen
raum- und effektgestaltung mit künstlichem hall sowie der dramaturgischen
wirkung der tonspur. teilweise wurden zur optimierung in diesem abschnitt
noch tonelemente hinzugefügt und entsprechend gestaltet.
die bearbeitung mit hall fand erst in der abschließenden mischung statt,
da nur für diesen zeitraum ein lexicon 960l surround-hallprozessor (freundlicherweise
zur verfügung gestellt von der firma audio export, heilbronn) verfügbar
war. damit war es möglich "trocken" aufgenommene geräusche nachträglich
an einer beliebigen stelle in einem künstlichen raum zu platzieren. auf
diese weise konnten nachträglich eingebettete tonelemente in den gesamtraumklang
eingepasst, oder sogar ganze szenen aus einzelelementen zu einer künstlichen
raumperspektive verwoben werden.
weiterhin wurde die filmmusik auf diesem weg in den gesamtklangkontext
eingebettet und stereomusikmischungen durch entsprechende hallräume auf
das 5.1 format gebracht.
dank
bei "herzschlag - der kinofilm zum hören" handelt es sich um
ein no-budget-projekt, das ohne die unterstützung und mithilfe vieler
personen nie realisierbar gewesen wäre.
ich möchte mich bei allen folgenden personen, firmen und einrichtungen
(sponsoren) bedanken, welche diese produktion ermöglicht haben:
- tonstudio gress, sindelfingen
- schoeps, karlsruhe
- stiftung der landesbank baden-württemberg
- ambient recording, münchen
- kortwich filmtontechnik, berlin
- audio export, heilbronn
- neumann, berlin
- institut für rundfunktechnik, münchen
- dorint hotel stuttgart
- messe stuttgart
- getränke kastner vaihingen
- subway sandwiches stuttgart
- s-bar gmbh vaihingen
- multiplex sindelfingen
- bartels film & ton, stuttgart
- ufa palast stuttgart sowie alle mitwirkenden:
- cast
- team
- alexander und raymond gress / bernhard vollmer / günter knon / dirk
oschmann / nils boden / andreas bartels / dr. günther theile / silke vogel
/ götz schneider / oliver szczypula, mario lewandowski und die band "i-trip"
/ marc ueberhagen / prof. dr. wiebke weber / prof. oliver curdt / peer
johannes / natascha matthes / oliver neumann / jörg bauer / maddalena
fanelli / jaqueline jacobi / stella henrich / christa stoll / heinrich
sturm / sowie wilfried, eva-maria und christina pasedag
daten
▪ zeitraum der gesamten
produktion und masterarbeit: 281 tage
▪ gesamtdauer der produktion von der idee bis zur premiere: 225 tage
▪ gesamtarbeitszeit: mind. 2500 h
▪ gesamtkosten: über 2000,- €
▪ sponsorengelder: 1000,- € (stiftung der lbbw)
▪ sachsponsoren und förderer: insgesamt 17
▪ mitwirkende insgesamt: 20 personen
▪ aufnahmen und drehs insgesamt: 10 tage
▪ drehtage mit schauspielern: 2 tage
▪ drehlocations mit schauspielern:
◦ tonstudio der hochschule der medien, stuttgart
◦ tonstudio gress, sindelfingen
◦ wohnung im stuttgarter westen
◦ wohnung in leonberg
◦ freies feld in leonberg
◦ messehalle 7 der messe stuttgart
• audiodaten originaltöne: ca. 40 GB, bei 48 khz und 24 bit
• zeitraum postproduktion: 57 tage
• spurenzahl: 32
• premiere: 12.05.2004 im ufa-palast stuttgart
• besucher premiere: ca. 140
• verwendete technik für die aufnahmen:
◦ aaton cantar x
◦ fostex pd-6
◦ sound devices mp-2
◦ schoeps irt-kreuz
◦ schoeps kfm-360
◦ schoeps doppel-ms
◦ neumann 5.0 spinne mit km 140 kapseln
• verwendete technik in der postpro:
◦ protools tdm system mit 32 spuren
◦ lexicon 960l surround prozessor
◦ diverse plug-in effekte
◦ 5.1 abhöre mit genelec boxen
• laufzeit: ca. 30 min
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technik
surroundhelm
weitere
mikrofone
produktion
zusammengefasst
allgemein
dank
daten
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